Telekom: Umdenken beim Glasfaser-Ausbau der Telekom
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Auf dem Netzetag 2026 hat die Telekom ein neuartiges Glasfaser–Verfahren präsentiert – Wohnzimmer anstelle Bürgersteig! Dadurch sollen nun endlich zusätzliche Glasfaser-Anschlüsse entstehen. COMPUTER BILD informiert über alle Einzelheiten.
Auf dem Netzetag 2020 hatte Tim Höttges (Telekom-Chef) ambitionierte Ziele beim Glasfaserausbau angekündigt. Zusammen mit Verbündeten hat die Telekom danach 870.000 km Glasfaser verlegt.
Gemäß Telekom können mehr als 12,6 Millionen Haushalte in Deutschland einen Glasfaser-Anschluss bekommen – 2025 kamen weitere 2,7 Millionen hinzu. Nun hat Rodrigo Diehl (Deutschland-Chef) ein Umdenken im Glasfaser–Verfahren angekündigt. Was heißt das nun konkret?
Glasfaser vom Bürgersteig ins Wohnzimmer verlegen
Die Ausgangsproblematik: Die Menge der 12,6 Millionen Haushalte bildet lediglich die Anzahl der Haushalte ab, an deren Haustür vorbei die Glafaserkabel verlaufen („Homes passed“).
Aber lediglich eine geringe Anzahl verwenden die erweiterten Optionen und bestellen wirklich ebenfalls den Anschluss („Homes activated“).
„In 2024 haben ingesamt 584.000 neue Unternehmen und Haushalte Glasfaser gewählt“, informiert die Telekom. Zahlreiche Wettbewerber rechnen damit, dass sich die Telekom lediglich verfrüht mit Regionen eindecken wolle, ohne sie letztendlich auch anzuschließen.
Eine Beschuldigung, welche Diehl ablehnt. 56 Prozent am Glasfaser-Ausbau hätte letztendlich der Wettbewerb geleistet, die Telekom lediglich 44 Prozent. „Das ist normales Konkurrenzverhalten.“
Um auch Kundschaft für die zahlreichen weiteren Leitungen zu bekommen, greift jetzt die Telekom an: „Wir leiten unsere Glasfaser vom Bürgersteig ins Wohnzimmer. Hierfür nehmen wir mehr Geld in die Hand als jemals vorher.“
Die Telekom investiert in den nächsten 3 Jahren zusätzliche 800 Millionen Euro in die Erweiterung der Glasfaserleitungen.
Weiterhin sollen 200 fest eingestellte Beschäftigte beginnend bei den örtlich ansässigen Shops zu der potenziellen Kundschaft daheim ausströmen und diese von den Vorzügen der topaktuellen Technologie zu beeindrucken.
Zusätzlich will Diehl in Zukunft ebenfalls fernab der Städte immer mehr Glasfaserleitungen verlegen – also Regionen, in denen bisher hauptsächlich der Wettbewerb tätig ist.
Erschwernis Mehrfamilienhaus
Wenngleich in 1-Familienhäusern fast 30 Prozent der Haushalte im Erweiterungsgebiet einen Glasfaseranschluss bestellten, wären es in Mehrfamilienhäusern lediglich 10 Prozent.
Eine Erschwernis sind hierbei z.B. Entscheidungen in den Eigentümergemeinschaften, Bedenken gegen die Einrichtung ebenso bei Wohnungsbaugesellschaften.
Häufig sei es problematisch, Zutritt zu den Gebäuden zu bekommen. Die Telekom baut hierbei in Zukunft ebenfalls auf leichtere Verkabelung mit feinen, kaum sichtbaren Kabeln, die ohne starke Rohrleitungen bequem an der Wand befestigt werden können.
In Deutschland ist Glasfaserausbau kostspielig!
Laut Diehl sind die Probleme beim Glasfaserausbau in Deutschland schwerwiegender als in sonstigen Ländern. Zu den Schwierigkeiten bei Mehrfamilienhäusern kommen teure Zinsen und teurer Ausbauaufwand, die ab 2020 um 46 Prozent angestiegen seien, hinzu. Diehl zufolge koste der Glasfaserausbau in Deutschland je Haushalt im Mittel 1.350 Euro, in Spanien wären es lediglich 200 Euro.
Eine Ursache: So werde Glasfaser in Spanien auf der Erdoberfläche verlegt, gelange zum Teil ebenfalls durch das Fenster in die Wohnung.
In Deutschland müssen sämtliche Kabelleitungen unterhalb der Erdoberfläche verkabelt werden. Trotzdem ließen sich zahlreiche Hemmnisse beim Glasfaserausbau verringern.
Tarife nicht regionaler Glasfaser-Provider
| O2 | 1&1 | Deutsche Glasfaser |
| ZUM ANGEBOT* | ZUM ANGEBOT* | ZUM ANGEBOT* |
| – Home XL – Home XXL | – Glasfaser 500 – Glasfaser 1000 | – DG Premium – DG Giga |
| – 59,99 Euro (49,99 Euro in den ersten 12 Monaten) – 69,99 Euro (59,99 Euro in den ersten 12 Monaten) | – 49,99 Euro – 59,99 Euro – | – 69,99 Euro (24,99 Euro in den ersten 12 Monaten) – 89,99 Euro (24,99 Euro in den ersten 12 Monaten) |
| – bundesweit verfügbar | – bundesweit verfügbar | – bundesweit verfügbar |
Stand: Juni 2024 (Preise gelten für Verträge mit 24-monatiger Laufzeit, sofern vorhanden)
Bewertung: Weiter Runde im Glasfaser-Wettbewerb
Aktuell wird hauptsächlich noch in der Erde herumgewühlt, nun macht Telekom deutlich: Die Ära von DSL geht langsam zu Ende, die Kundschaft solle wechseln*.
Clever ist das, zumal bereits die niedrigeren 150-Mbps-Tarife bringen und beim Hochladen und Latenz erheblich bessere Leistungen abliefern als DSL.
Wer als Wohnungseigentümer oder Eigenheimbesitzer sich die Gelegenheit zum Anschluss beim 1. Glasfaserausbau entgehen lässt, den erwartet danach teurer Einzelausbau bzw. Werteverlust Für zahlreiche Kunden ist jedoch der Preis allein ausschlaggebend.
Glasfaser zum Spottpreis wohl nicht machbar, hierfür ausgedehntere Werbemaßnahmen mit Prämien für neue Kunden oder kostenfreien WLAN-Routern:
Vorrangig in Städten dürfte sich der Konkurrenzkampf von Vodafone* (DSL) Telekom* (Glasfaser) verstärken. In ländlichen Regionen dagegen bekommen kleinere Glasfaser-Provider demnächst erstmalig Wettbewerb.
Mit Angaben www.computerbild.de/24.01.2026










