Die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Gaspreise wirken sich inzwischen ebenfalls auf die Strompreise* aus. Die Stromtarife sind seit Anfang des Konflikts für Neukunden um etwa 16 Prozent gestiegen.
Das derzeitige Preisniveau liegt auf dem Stand von Oktober 2025, also kurz bevor ein milliardenschwerer Zuschuss des Bundes die Strompreise sinken ließ. Das belegt die neue Untersuchung eines Vergleichsportals* im Internet.
Die Strompreise für Neukunden steigen spürbar an
Im Februar 2026 zahlte ein 3- Personen-Haushalt mit einem jährlichen Strombedarf von 4.000 kWh im landesweiten Mittel beim billigsten Stromtarif und 1-jähriger Preisgarantie rund 24,2 Cent je kWh.
Gegenwärtig steht das billigste Tarifangebot im bundesweiten Durchschnitt bei fast 28 Cent pro kWh. Das entspricht einer Erhöhung der Preise um knapp 15,7 Prozent.
Die Preiserhöhung ist hauptsächlich durch die gestiegenen Gaspreise seit Anfang März begründet. Im Jahr 2025 stammten nur etwa 17 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Erdgaskraftwerken.
Durch das Merit–Order–Prinzip bestimmen Gaskraftwerke an der Strombörse oft den Preis, obwohl ihr Anteil an der Stromproduktion vergleichsweise gering ist. Die Kosten für Strom mit Lieferdatum April 2026 lagen nach Ausbruch des Iran‑Konflikts zeitweise über 20 Prozent höher.
„Derartige Preiserhöhungen wirken sich besonders schnell auf die Tarife für Neukunden aus, da bei diesen Angeboten kurzfristige Kalkulationen üblich sind. Bei den Bestandskunden (Altkunden) hat sich bisher noch keine Preissteigerung gezeigt“.
„Diese müssen ohnehin meist höhere Preise als Neukunden bezahlen. Bleiben die internationalen Energiepreise auf dem aktuell hohen Niveau, werden auch Altkunden in Deutschland mit Preiserhöhungen rechnen müssen.“, informiert der Energieexperte des Vergleichsportals.
Anstieg der Strompreise hat Subventionen bereits aufgebraucht
Durch einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzentgelten hatten die Strompreise in Deutschland zuletzt erneut das Niveau vor der Energiekrise 2022 erreicht.
Mit den gesenkten Stromnetzgebühren fingen ab Oktober 2025 auch die Strompreise* für Neukunden spürbar an zu sinken. Die aktuellen Preisentwicklungen haben diesen positiven Trend jedoch unterbrochen: Das gegenwärtige Preisniveau entspricht erneut dem Stand von Anfang Oktober 2025.
Strompreise liegen je nach Tarif auf einem sehr hohen Niveau
Angesichts der aktuellen Lage kann ein Strompreisvergleich für viele Haushalte sinnvoll sein, da die Tarife stark variieren:
Im örtlichen Grundversorgungstarif liegt der mittlere Strompreis für Haushaltskunden aktuell bei etwa 40 Cent je kWh. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh ergeben sich daraus Stromkosten von 1.600 Euro.
Im günstigsten Tarif mit Preisgarantie liegt der durchschnittliche kWh-Preis hingegen bei etwa 28 Cent, was Stromkosten von rund 1.120 Euro zur Folge hat. Durch die Entscheidung für einen günstigeren Stromtarif lassen sich die Stromkosten damit um fast 500 Euro reduzieren.
„Trotz der steigenden Preise für Neukunden kann ein Wechsel des Stromanbieters aktuell sinnvoll sein, da das Preisniveau weiterhin auf diesem Stand liegt. Sollte der Konflikt im Nahen Osten länger andauern, könnten die Preise deutlich weiter steigen.“ betont der Energie-Experte.
„Zahlreiche Versorger bieten die Chance, den Stromanbieter schon bis zu 12 Monate im Voraus zu wechseln. Wer sich heute einen billigen Tarif sichert, ist über die Dauer der Laufzeit vor weiteren Preiserhöhungen geschützt.„
Vorgehensweise
Die mittleren Strompreise* bei neuen Verträgen wurden aufgrund der beim Vergleichsportal zugänglichen Angebote ermittelt (Stand:25.03.2026). Der Kilowattstundenpreis umfasst sowohl den Arbeitspreis als auch den Grundpreis und basiert auf dem landesweit gewichteten Mittelwert des jeweils billigsten Preises je Postleitzahl. Es wurden ausschließlich Neukundentarife mit einer Preisgarantie von 12 Monaten betrachtet.
Mit Matrial www.verivox.de/25.03.2026






