Glasfaser-Wende: Leitlinie 0800-730 senkt Kosten für Millionen Haushalte

Glasfaser-Wende: Leitlinie 0800-730 senkt Kosten für Millionen Haushalte

Millionen Haushalte in Deutschland hoffen auf richtiges Breitband-Internet durch Glasfaser. Eine aktuelle Leitlinie kündigt jetzt geringere Investitionskosten und nicht mehr so viel Bürokratie an.

  • Der VDE legt mit der aktuellen Leitlinie 0800-730 eindeutige Regulierungen für die Verkabelung von Glasfaser in Häusern fest.
  • Auch wenn Glasfaser bei knapp 24 Millionen Haushalten bis zum Grundstück verlegt ist, sind zahlreiche Wohnungen vorerst nicht angebunden.
  • Antiquierte Regelwerke des Brandschutzes ordnen Glasfaserkabel irrigerweise der Brandgefahr zu, die aktuelle wird das nun abändern.

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) will eine gewaltige Problematik beim Glasfaserausbau*aus der Welt schaffen.

Mit der entsprechenden Leitlinie 0800-730“ möchte der Verband eindeutige technologische Regulierungen dafür festlegen, wie Glasfaserverlegungen in Häusern zu erfolgen haben. Das soll den Glasfaserausbau in Gebäuden leichter, rascher und billiger machen.

Der Handlungbedarf ist dementsprechend groß: Gewiss sind gemäß VDE bei knapp 24 Millionen Haushalten in Deutschland Glasfaserleitungen schon bis zur Grundstücksgrenze hin verlegt.

Aber lediglich rund 13 Millionen Haushalte sind insofern wirklich an das Netz angebunden und aktiv verwendet werden soll Glasfaser tatsächlich lediglich von knapp 7 Millionen.

Oft ist der Ausbau bis jetzt im Kellerbereich zu Ende, die verbleibende Strecke bis in die Wohnung hinein ist häufig noch zu mühsam und kostspielig.

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Wieso Glasfaser irrigerweise der Brandgefahr zugeschrieben wird

Eine Ursache hierfür sind antiquierte Regelwerke des Brandschutzes. Glasfaserkabel werden in der „Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie“ (MLAR) gegenwärtig wie gängige Stromkabel angesehen und somit als mögliche Brandquelle bewertet.

Technologisch ist das aber nicht korrekt, denn Glasfasern übermitteln Lichtsignale und gegenüber Kupferkabeln keinen elektrischen Strom*. Folglich entsteht hier keine Hitze und Kurzschlüsse sind völlig ausgeschlossen.

Zumal sie trotzdem ein Brandrisiko darstellen, können Glasfaserkabel bei Fluchtwegen in Treppenhäusern häufig lediglich in kostspieligen Brandschutzkanälen untergebracht werden. Das erhöht die Kosten für jeden einzelnen Anschluss und verzögert die Fertigstellung extrem.

In Zukunft soll Glasfaser gemäß dem Verband leichter verlegt werden können, z.B in Metallkanälen oder auch als als unscheinbare Klebefasern unmittelbar an der Gebäudemauer. Anstelle gewaltiger teurer Schutzboxen könnten die Kabel in Zukunft demnach dezenter und erheblich billiger installiert werden.

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Aktuelle Leitlinie kommt EU-Gesetz zuvor

Die aktuelle Leitlinie kommt auch generellen Forderungen des europäischen Gigabit Infrastructure Act zuvor. Das EU-Gesetz soll den Ausbau rascher Internetnetze in ganz Europa leichter machen, ist jedoch in Deutschland noch nicht komplett realisiert.

Mit der aktuellen VDE-Regulierung sollten Netzbetreiber, Planer und Handwerker aber schon heute zusätzliche Verlässlichkeit und Stabilität bekommen.

Im Vergleich wird deutlich, dass Glasfaseranschlüsse momentan häufig immer noch kostspieliger sind als DSL-Verträge. Indem 100 Mbit/s (zum Speedtest) über Glasfaser oft ab fast 30 Euro monatlich anfangen, gibt es DSL-Tarife mit vergleichbarem Tempo zum Teil bereits für etwas über 20 Euro.

Der bedeutende Nutzen besteht aber in der verbesserten Stabilität: Das Tempo kommt meistens gleichbleibender an, es gibt nicht mehr so häufig Turbulenzen in Zeiten hoher Belastung und ebenfalls erheblich größere Upload-Raten sind mit einem Glasfaseranschluss ohne Probleme machbar.

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Wann die neue Leitlinie endgültig wird

Niedrigere Kosten und eindeutige Regulierugen könnten Bauvorhaben für Netzprovider effizienter machen und Bau-Genehmigungen vorantreiben, was den Ausbau nochmals beschleunigt.

Die VDE-Leitlinie ist fürs Erste ein technologischer Vorschlag und noch keine bindende Bauanordnung. Endgültig rechtsverbindlich wird er dann, wenn er in die Landesbauordnungen oder die verbesserte MLAR eingegliedert wird.

Für dich bedeutet das auf längere Sicht hauptsächlich otimalere Voraussetzungen auf rasantes und erschwingliches Internet in deinem Zuhause. Glasfaser* ist viel robuster als ältere Kupferleitungen und erlaubt großes DownloadTempo, reibungsloses Streamen sowie störungsfreie Video-Konferenzen.

Wenn der Glasfaserausbau im Haus leichter wird, dürften in Zukunft erheblich mehr Haushalte wirklich die schon installierten Glasfaser einsetzen. Neben technologischen Erneuerungen ist bereits jetzt dieser Tarif für ausgesprochen interessant.

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Mit Material www.netzwelt.de/news/16.02.2026

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