Fest- und Tagesgeld: Iran-Krieg bringt Realzinsen ins Minus

Fest- und Tagesgeld: Iran-Krieg bringt Realzinsen ins Minus

Bei einer Anhebung des Preislevels von 1,9 Prozent erzeugen mittlere Festgelder gegenwärtig erneut einen Gewinn nach Abzug der Inflation: Landesweit erreichbare Finanz-Angebote (Laufzeit 2 Jahre) werden im Mittel gegenwärtig mit 2,09 Prozent verzinst, für 1 Jahr gebundene Spareinlagen stehen bei 2,02 Prozent.

Beim Tagesgeld liegt der mittlere Zinssatz bei 1,3 Prozent. Dieses Resultat liefert die Bewertung eines Vergleichsportals:

Wenn die Inflation (Anstieg der Verbraucherpreise) stärker steigt als die offiziellen Zinsen, würde der „Realzins“ (Zins nach Inflationsbereinigung) unter null sinken. Das bedeutet, dass der Wert von Erspartem real an Kaufkraft verlieren kann, selbst wenn nominal Zinsen gezahlt werden.

Werbung*

Einjähriges Festgeld bietet jetzt erstmalig über 2 Prozent Zinsen

Zu Beginn dieses Monats haben die Festgeldzinsen für sämtliche Laufzeiten leicht angezogen. Mit derzeit 2,02 Prozent haben die mittleren Zinsen für bundesweit verfügbare Festgeldanlagen mit 1-jähriger Laufzeit erstmalig ab dem letzten Frühling erneut die 2- Prozent-Grenze überwunden.

Festgeldanlagen mit 2-jähriger Laufzeit bieten momentan im Mittel 2,09  Prozent, während sehr langfristige Einlagen (über 10 Jahre) bei 2,52 Prozent stehen.

Finanzielle Bildung: 47 Prozent der Frauen wissen zu wenig über Geldanlagen

Reale Zinsen im Plus – vermutlich nur vorübergehend

Wichtiger als der Nominalzins ist für Sparer jedoch der Realzins: Er sagt aus, wie sich die Anlagen unter Berücksichtigung der Inflation tatsächlich entwickeln.

Für Sparer zählt bedeutender als der nominale Zinssatz der Realzins – folglich die wirkliche Rendite ihrer Anlagen nach Abzug der Inflation. 1-jährige Festgelder liefern gegenwärtig im Mittel 0,12 Prozent Realzins, 2-jährige 0,19 Prozent und 10-jährige 0,62 Prozent.

Es ist denkbar, dass die inflationsbereinigten Zinsen bei Sparprodukten in Kürze wieder unter null fallen.

„‚Durch den Iran-Konflikt sind die Heizöl- und Kraftstoffpreise erheblich gestiegen. Und je länger dieser Konflikt dauert, desto kräftiger könnten ebenso die Preise für Lebensmittel, importierte Waren und zahlreiche weitere Produkte weiterhin ansteigen„, informiert der Geschäftsführer Finanzvergleich  des Vergleichsportals.

Seit Monatsbeginn sind die Zinsen lediglich um 0,01 bis 0,02 Prozent angestiegen – viel zu wenig, um die erhöhten Verbraucherpreise auszugleichen. Besonders bei kurzlebigen Anlagen dürften die Realzinsen darum bereits in Kürze erneut unter null sinken.

Finanzanlagen: Rund 33 Prozent Frauen fühlen sich fachkundig

Im Mittel liefern Tagesgeldkonten aktuell 1,30 % Zinsen

Im Verhältnis zum Festgeld sind die Tagesgeldzinsen in der 1. Monatshälfte nicht weiter angestiegen. Landesweit erreichbare Angebote liefern momentan im Mittel 1,30 Prozent, exakt wie zum Anfang des Monats März.

Bei den Sparkassen stehen die mittleren Tagesgeldzinsen erheblich geringer bei 0,37 Prozent, bei den örtlichen Genossenschaftsbanken bei 0,42 Prozent.

Für die Feststellung des mittleren Zinssatzes zieht das Vergleichsportal die regulären Zinsen heran, die vorhandene Kunden bei den Banken bezahlen.

Die mittleren Zinsen haben sich kaum verändert, während der Wettbewerb um neue Kunden zunehmend an Fahrt gewinnt. Derzeit bekommen neue Kunden bei 18 Banken einen Tagesgeldzins von wenigstens 3 Prozent – vor einem halben Jahr waren es nur 4 Banken.

etf-sparplan-89-euro-sparbetrag-pro-monat-1000-euro-mehr-rente

Teurere Preise erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Zinssteigerungen

Wie sich die Sparzinsen mittelfristig fortentwickeln, hängt in großen Umfang davon ab, wie sich der IranKrieg weiter gestaltet.

Gemäß Expertenmeinung wird die anstehende Notenbanksitzung voraussichtlich keine Angleichungen der Leitzinsen bringen. Ein andauernder Konflikt dürfte die Preise so extrem in die Höhe treiben, dass die Notenbank die Leitzinsen erhöhen müsste – was wiederum höhere Fest- und Tagesgeldzinsen bewirken würde.

Geldanlagen: Deutsche verlieren die Lust auf ökologische Finanzprodukte

Vorgehensweise
Das Vergleichsportal* wertete für die Analyse die aktuellen Fest- und Tagesgeldzinsen von über 800 Sparkassen und Banken aus. Berücksichtigt wurden sämtliche Geldhäuser, die ihre Bedingungen im Internet frei zugänglich machen, immer für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro. Regionalbanken werden in Genossenschaftsbanken und Sparkassen unterschieden. Geldhäuser, die ihre Sparprodukte landesweit präsentieren, wurden in der Untersuchung den überregionalen Banken zugeteilt. (Datenstand der Erhebung: 16.03.2026).

Mit Material www.verivox.de/19.03.2026

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert