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Kontoüberziehung: Banken fordern im Mittel 11,28 Prozent Dispozinsen

Auch heute noch verlangen Banken für die Überziehung des Girokontos sehr hohe Zinssätze. Kreditinstitute berechnen für den Dispokredit durchschnittlich 11,28 Prozent, in Extremfällen bis zu 15,31 Prozent Zinsen.

Überschreiten Kunden ihren Disporahmen, erhebt fast jede zweite Bank dafür höhere Zinsen. Die aktuelle Untersuchung eines Vergleichsportals*, das mehr als 6.600 Girokonten auf Grundlage von BaFin-Daten untersucht, kommt zu diesem Ergebnis.

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Dispozinsen bei Banken erreichen bis zu 15,31 Prozent

Für die Inanspruchnahme des Dispokredits fallen im Mittel 11,28 Prozent Zinsen an. Mit 15,31 Prozent berechnet die VR-Bank Landsberg-Ammersee derzeit den höchsten Dispozins bundesweit. Auf den Plätzen dahinter liegen die Volksbank Nordharz mit 14,77 Prozent und die vor allem in Dänemark und Norddeutschland aktive Sydbank mit 14,55 Prozent.

Bei den teuersten Dispokrediten ist die Sydbank die einzige Privatbank. Unter den 20 Banken mit den höchsten Dispozinsen sind ansonsten 11 Genossenschaftsbanken und 8 Sparkassen vertreten.

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Dispo-Überziehungen kosten bei jedem zweiten Konto extra

Wie hoch der Dispokredit ist, hängt von einer Vereinbarung mit der Bank und von der Kreditwürdigkeit der Kunden ab.

Wenn Verbraucher ihren Verfügungsrahmen überschreiten, müssen sie für diese sogenannte geduldete Überziehung bei 45 Prozent aller Konten nochmals einen Zinsaufschlag bezahlen – meist in einer Größenordnung von 2 bis 6 Prozent. Der durchschnittliche Aufschlag für die geduldete Kontoüberziehung liegt aktuell bei 4,25 Prozent.

Kontoüberziehungen können Zinsen bis 19,75 Prozent kosten

Spitzenreiter bei teuren Kontoüberziehungen ist die Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn. Kunden müssen 19,75 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie den Dispo-Rahmen bei dieser Bank überziehen. Mit 13,75 Prozent ist der normale Dispozins ebenfalls deutlich hoch.

Das Vergleichsportal hat auf Basis der BaFin-Daten die 20 Banken mit den höchsten Sollzinsen für geduldete Kontoüberziehungen ermittelt. Die Verteilung auf die verschiedenen Bankengruppen ähnelt derjenigen der regulären Dispozinsen: 12 Genossenschaftsbanken, 7 Sparkassen und 1 Privatbank bilden die Top 20 der höchsten Zinsen.

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Ratenkredite sind häufig nur etwa halb so teuer wie Dispokredite

Bei einer kurzen Nutzung des Dispokredits bleiben die Kosten überschaubar, auch wenn die Zinsen hoch sind. Ein Dispokredit von 500 Euro über 10 Tage kostet bei durchschnittlich 11,28 Prozent Zinsen nur 1,57 Euro.

Bei dauerhaftem Minus empfiehlt sich die Prüfung günstigerer Alternativen und eine mögliche Umschuldung. Ratenkredite mit guten Konditionen sind häufig nur etwa halb so teuer wie Dispokredite.

Bei Ratenkrediten gibt es einen klaren Tilgungsplan mit konstanten Monatsraten, wodurch Kreditnehmer jederzeit die Restschuld im Blick haben.

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Vorgehensweise
Am 26.02.2026 hat das Vergleichsportal bei der BaFin über 6.600 Girokontomodelle* von etwa 1.100 Banken und Sparkassen abgerufen und analysiert. Für 5.044 Konten ist ein Dispokredit möglich, und entsprechende Zinsen werden ausgewiesen. Die Zinsangaben der namentlich genannten Banken wurden anschließend auf ihren Internetseiten verifiziert.

Mit Material www.verivox.de/23.03.2026

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