Riester-Rente: Kündigung – Beitragspause – Anbieterwechsel
Inhaltsverzeichnis
- Was ist mit Riester-Rente gemeint?
- Vorzüge der Riester-Rente als Übersicht
- Die Schattenseite: Diese Defizite haben zahlreiche Riester-Verträge
- Ist ein Wechsel der Riester-Rente ohne Weiteres machbar?
- Ursachen, weshalb sich ein Riester-Wechsel rentieren kann
- Eine Schritt für Schritt Anleitung für den Anbieterwechsel
Ob sich eine Riester–Rente* tatsächlich rentiert, ist extrem vom Vertrag abhängig. Wer große Ausgaben bzw. einen niedrigen Kapitalertrag hat, sollte aktiv werden.
Diese Möglichkeiten haben Sparwillige – vom Wechsel bis zur Aussetzung der Beitragszahlungen bei laufenden Versicherungen, ohne dabei den Vertrag zu kündigen.
In Deutschland haben fast 15 Millionen Personen eine Riester-Rente – aber ein Großteil von ihnen weiß gar nicht, ob ihr Vertrag generell zweckmäßig ist. Oft sind die Ausgaben zu teuer, der Kapitalertrag zu niedrig oder die vertraglichen Bedingungen extrem zu nachteilig.
Die frohe Kunde: Ein Wechsel des Anbieters ist meistens ohne Weiteres machbar – ohne Einbußen bei den staatlicher Zuschüsse. Wann sich dieser Weg rentiert, was du berücksichtigen solltest und wie der Wechsel problemlos über die Bühne geht, erläutert Versicherungsexperte Bastian Kunkel.
Was ist mit Riester-Rente gemeint?
Die Riester-Rente ist eine staatlich subventionierte private Altersvorsorge, die es ab 2002 gibt. Die Absicht war es, schwindende Leistungen der gesetzlichen Rente zu kompensieren. Wer ständig in einen anerkannten Vertrag einbezahlt, bekommt staatliche Zuschüsse und darf steuerliche Vorteile ausnutzen.
Diese unterschiedlichen Arten der Riester-Rente gibt es:
1.) Wohn-Riester zur Unterstützung von Wohneigentum
2.) Fondsgebundene oder herkömmliche Versicherungsarten
3.) Riester-Banksparpläne
Vorzüge der Riester-Rente als Übersicht
1.) Ausgedehnte Anspruchsberechtigung: Selbst Minijobber, Ehepartner (ohne eigenes Einkommen) oder Beamte dürfen riestern.
2.) Staatliche Unterstützung: Pro Jahr bis zu 175 Euro Grundzulage, obendrauf Kinderzulagen von 185 bzw. 300 Euro – abhängig vom Geburtsjahr des Kindes.
3.) Beitragssicherung: Zum Rentenstart gibt es wenigstens die geleisteten Beiträge und Zulagen zurück.
4.) Steuereinsparung: Pro Jahr dürfen bis 2.100 Euro als Sonderausgaben abgesetzt werden.
Die Schattenseite: Diese Defizite haben zahlreiche Riester-Verträge
1.) Komplizierte Verträge: Regelungen wie der nicht zugesicherte Rentenfaktor oder die Treuhänderklausel können sich zum Nachteil der Versicherten auswirken.
2.) Große Ausgaben: Hauptsächlich ältere Verträge schmälern durch teure Abschluss- und Verwaltungsabgaben den Kaptalertrag.
3.) Niedrige Kapitalerträge: Herkömmliche Produkte mit Garantiezins liefern häufig geringere Wachstumschancen.
4.) Komplizierte Regulierungen: Unkorrektheiten bei der Beitragszahlung bzw. Zuwendungsbedingungen bewirken rasch die Einbuße der Zulagen.
Wenn wenigstens einer dieser genannten Punkte auf deinen Vertrag zutrifft, kann ein Übergang zu einem fortschrittlicheren Anbieter eine erhebliche Besserstellung zur Folge haben.
Ist ein Wechsel der Riester-Rente ohne Weiteres machbar?
In der Regel: JA. Die staatlichen Zuschüsse und das angehäufte Kapital dürfen an einen weiteren Anbieter übergeben werden. Die Unterstützung bleibt demnach völlig unangetastet.
Trotzdem solltest du 2 bedeutende Punkte berücksichtigen:
1.) Wechselabgabe: Der frühere Anbieter darf eine Abgabe fordern (zwischen 50 und 150 Euro).
2.) Neue Abschlussgebühren: Beim Neuvertrag entstehen häufig abermals Abschlussgebühren. Diese gleichen sich jedoch aus, wenn das neu gewählte Produkt erheblich günstigere Bedingungen liefert.
Ursachen, weshalb sich ein Riester-Wechsel rentieren kann
1. Extrem große Ausgaben
Verträge mit teuren fortwährenden Ausgaben – z.B pro Jahr 2 Prozent – in Verknüpfung mit einem geringen Garantiezins bieten kaum lukrative Kapitalerträge, hauptsächlich unter Berücksichtigung der Preissteigerungen. Ein Wechsel zu einem erschwinglichen Anbieter kann die Kuh vom Eis holen.
2. Zu niedriger Kaptalertrag
Zahlreiche Riester-Verträge bauen auf „sichere“ Anlagen und lassen gewinnbringende Finanzprodukte wie ETFs bzw. Aktien beiseite. Neuzeitliche Riester-Produkte, hauptsächlich ETF-gestützte Arten, erlauben auf längere Sicht optimalere Kapitalerträge.
3. Nicht zugesicherter Rentenfaktor
Der Rentenfaktor legt die Höhe der Rente pro Monat fest. Wenn dieser nicht zugesichert ist, kann er vom Anbieter danach reduziert werden. Ein Wechsel des Anbieters zu einem Angebot mit zugesichertem Rentenfaktor sorgt hier für Zuverlässigkeit.
4. Treuhänder-Vorbehalt
Verträge mit verschleiertem Treuhänder-Vorbehalt ermöglichen es Anbietern, scheinbar zugesicherte Leistungen danach anzugleichen. Derartige Regulierungen sind häufig nicht so einfach zu erkennen und sollten umgangen werden.
Eine Schritt für Schritt Anleitung für den Anbieterwechsel
1.) Vertrag überprüfen: Eine fachmännische Untersuchung belegt, ob dein bestehender Vertrag Schwachstellen aufweist.
2.) Neuen Anbieter aussuchen: Achte auf geringe Ausgaben, durchschaubare Konditionen und perfekte Kapitalerträge.
3.) Neuen Vertrag vereinbaren: Erwähne bei der Beantragung, dass es hierbei um einen Wechsel geht.
4.) Deckungskapitalübertragung: Der neu gewählte Anbieter bestreitet oft die Verständigung mit dem ehemaligen Anbieter.
5.) Kündigung des alten Vertrags: wenn erforderlich, wird der ehemalige Vertrag extra gekündigt – möglicht vom neuen Anbieter.
Kündigung, Beitragspause oder Wechsel?
1.) Kündigung: Meistens die ungünstigste Alternative – sämtliche Steuernachlässe und staatlichen Zuschüssen müssen rückerstattet werden.
2.) Beitragspause: Clever wenn du keine zusätzlichen Beiträge mehr zahlen willst, jedoch die Unterstützung weiterhin bestehen soll.
3.) Wechsel: Insbesondere anzuraten, wenn du noch wenigstens 15 Jahre auf die Rente warten musst und vom neu gewählten Vertrag auf längere Sicht profitieren kannst.
Fazit: Ein Wechsel kann deine Riester-Rente erheblich aufwerten
Die Riester-Rente wird häufig kritisiert – doch liegt das Problem häufig nicht am Produkt allein, vielmehr in der exakten Umsetzung bestimmter Verträge. Wer einen älteren oder schlechteren Vertrag hat, sollte aktiv werden und einen Wechsel in Betracht ziehen.
Ein Wechsel des Anbieters kann idealere Bedingungen, lukrativere Kapitalerträge und mehr Durchschaubarkeit mit sich bringen und somit deine Altersvorsorge dauerhaft verbessern. Eine fachmännische Kontrolle deines Vertrags hilft dir, den richtigen Entschluss zu fassen – für zusätzliche Absicherung und Einträglichkeit im Ruhestand.
Mit Material www.focus.de/04.01.2026










