Stiftung Warentest entdeckt Abzockmasche auf Handys

Stiftung Warentest entdeckt Abzockmasche auf Handys

Unbeabsichtigt fiel der Stiftung Warentest auf: Die Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi pushen ihren Anwendern ohne Erlaubnis falsche Tagesschau-Artikel. Hinter denen steckt wohl mehr als „lediglich“ Falschinformation. Es geht um Täuschung. Und um Geld.

Barbara Schöneberger, der Bundeskanzler oder Markus Lan haben etwas Vertrauliches, Sensationelles verraten – und das HeuteJournal oder die Tagesschau informieren davon. Lediglich ein Klick und man weiß mehr, geloben Überschrift und Teaser.

Zum Artikel: „Gelogen?!“: Neues Internetportal gegen Fake News

Klickt man tatsächlich, versteckt sich dahinter meistens ein selbstverständlich gefälschter Heute- oder Tagesschau-Artikel, in dem ein rascher Weg zu Geld, Schönheit und/oder Gesundheit empfolen wird.

Die Zuversicht, die Personen in die Tagesschau bzw. Berühmtheiten setzen, wird ausgenutzt, um sie mit diesen Falsch-Informationen zu verwirren bzw. sie um ihr Geld zu betrügen.

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Stiftung Warentest mit Entlarvung

Geeignete Sensationen findest du beim Scrollen von mehr oder weniger zuverlässigen Websites, Apps oder in den SpamMails dann und wann: mal als Artikel, durch Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen vermehrt ebenfalls als Video.

Nicht so offensichtlich (und damit gewiss auch tückischer und riskanter) ist, dass einem eine derartiger Täuschung als Push-Nachricht aufs Mobiltelefon geleitet wird, wie sonst lediglich Eilmeldungen von Nachrichten-Apps.

Haargenau das geschieht jedoch Inhabern von Handys des chinesischen Produzenten Xiaomi, wie die Stiftung Warentest zufällig festgestellt hat (externer Link).

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Xiaomi pusht Fakes

Auf XiaomiGeräten, die sie gerade getestet wurden, erschienen auf einmal Benachrichtigungen zu Artikeln gepusht vom MiBrowser, der auf Xiaomi-Handys standardmäßig vorhanden ist.

In einem mutmaßlichen TagesschauArtikel werden z.B. atemberaubende Neuigkeiten angekündigt, die der Bundeskanzler bei Maybrit Illner preisgegeben haben soll. Und anschließend wird man auf eine Offerte aufmerksam gemacht, die rasch eine Menge Geld einbringen soll.

Die Stiftung Warentest mutmaßt Phishing oder Anlagebetrug, folglich die Bemühung, personenbezogene Daten einzusammeln, als Vorgeschichte. Die Testpersonen vergeben aufgrund dieser Fake-News-Push die Bewertung Mangelhaft“ für Benutzung und Menü des beurteilten XiaomiGerätes Redmi 15.

Bereits vorher waren Handys des Produzenten mit Push-Mitteilungen ins Auge gesprungen, welche auf Offerten des OnlineShops Temu aufmerksam machten.

Das sei nervig gewesen, so die Stiftung, die neuen Fake-Artikel-Benachrichtigungen seien hingegen bedrohlich. Xiaomi-Anwendern wird geraten, die „Benachrichtigungen“ für den MiBrowser zu deaktivieren und/oder einen sonstigen Handy-Browser einzusetzen.

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Fakes bemerken

Wem derartige Sensationen irdenwo über den Weg laufen, sei es auf Websites, in E-Mails oder eben via Push-Nachricht, sollte auch ständig diesen Grundsatz vor Augen haben: Wenn etwas zu perfekt angepriesen wird, um echt zu sein, ist es das meistens Fake.

Rasch einen Haufen Geld verdienen, aus einem Online-Artikel heraus, zum Beispiel. Auf keinen Fall auf Anfragen im Internet an irgedeiener Stelle Daten preisgeben oder Geld versenden. Und: Bei Klicks auf Links zu fremden Internet-Seiten extrem achtsam sein.

Wer zweifelt, kann das Verlautbarte (Bundeskanzler verrät Geheimnis bei …) einfach mal online recherchieren, um zu ermitteln ob weitere Medien davon informieren. Außerdem sind RechtschreibFehler und eine unnatürliche Ausdrucksweise in derartigen Anzeigen, Fotos und Artikeln selbst in KI-Zeiten noch oft zu finden.

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Was sagt Xiaomi?

Ein Mitarbeiter von Xiaomi hatte Ende Februar gegenüber Stiftung Warentest betont, dass man die Problematik nicht auf die leichte Schulter nehmen und Vorkehrungen getroffen zun haben derartigen Push-Meldung zu entkommen. Eine Nachfrage von BR24 zur gegenwärtigen Lage blieb bis heute nicht beantwordet.

Mit Material www.br.de/nachrichten06.03.2026

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