Folgen Gaskrise: Strompreise explodieren – wer es sofort merkt
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Der Iran-Konfklikt treibt nicht allein die Gaspreise* in die Höhe. Ebenfalls wird Strom* viel teurer – hauptsächlich für Neukunden. Weshalb das der Fall ist und welche Verbraucher es aktuell trifft.
Im Laufe des Iran-Konflikts erhöhen sich neben den Gaspreisen jetzt ebenso die Strompreise drastisch. Wer gegenwärtig einen frischen Vertrag vereinbart, vergütet im Mittel 31,68 Cent je kWh – folglich eine Steigerung von mehr als 5 Prozent binnen 3 Wochen, wie das Verbraucherportal Finanztip mitteilt.
Fachleute reden von einer außergewöhnlich heftigen Erhöhung. „Ursachen hierfür sind ansteigende Gaspreise, die sich jetzt ebenfalls auf die Strompreise auswirken„, erklärt Finanztip-Spezialist Benjamin Weigl.
Wieso Bestandskunden (Altkunden) weiterhin unberüht bleiben
Bemerkenswert: Vorrangig sind Neukunden betroffen. Die Ursache besteht in der Energie-Beschaffung. Anbieter beschaffen Strom für Bestandskunden häufig schon frühzeitig.
Neue Verträge hingegen werden mit kürzerem Planungshorizont berechnet und orientieren sich wesentlich mehr an den derzeitigen Marktpreisen. Bei einem plötzlichen Anstieg trifft es Neukunden unmittelbar. Bei bestehenden Verträgen zeigt sich dieser Effekt zunächst nicht – allerdings kann sich das ändern.
Auch beim Ökostrom richtet sich der Preis nach Gas
Der Grund, warum steigende Gaspreise auch Strom teurer machen, ist einfach: die sogenannte Merit-Order.
Zunächst werden am Strommarkt die kostengünstigsten Kraftwerke eingesetzt. Falls das nicht genügt, kommen nach und nach teurere Kraftwerke hinzu. Oft kommen Gaskraftwerke als letzte dazu und legen somit den Preis für den gesamten Strom fest.
Das heißt: Auch wenn ein großer Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt, kann ein teures Gaskraftwerk den Preis für alle erhöhen.
Die Gaspreise klettern weiter und beeinflussen so den Strompreis
Wie beim Strom sind auch die Gaspreise stark angestiegen. Derzeit kostet Strom für Neukunden im Mittel 10,47 Cent je kWh – ein Zuwachs von knapp 12 Prozent in nur einigen Wochen, informiert Finanztip.
Seit Ende Februar hat sich der Gaspreis am bedeutenden europäischen Handelsplatz TTF von rund 30 auf etwa 50 Euro je MWh erhöht. Der Preis erhöhte sich nach weiteren Angriffen auf die Energieinfrastruktur zuletzt auf mehr als 66 Euro.
Fachleute warnen: Ein weiterer Anstieg der Preise ist möglich
Der niederländische Handelsplatz TTF gilt als Referenzindex für Europa – darauf verweist Finanztip: Bis zum 17. März stieg der Preis von fast 30 Euro Ende Februar auf fast 50 Euro je MWh.
„Halten sich die Börsen-Gaspreise langfristig auf diesem hohen Niveau, dürften Neukunden noch mehr bezahlen müssen.„, erklärte Weigl. Falls die Börsenpreise weiter zulegen, schlägt sich das umso stärker auf die Gaspreise* für Privathaushalte nieder.
Am Donnerstagmorgen führten Angriffe aus dem Iran auf Energieanlagen in den Golfstaaten zu weiteren TTF-Preissteigerungen: Mit einem Plus von knapp 21 Prozent erzielte der Preis rund 66 Euro je MWh; zeitweise am Morgen stand der Anstieg tatsächlich bei 35 Prozent.
Branchenexperten alarmieren: Teurere Einkaufspreise treffen die Verbraucher häufig zeitverzögert. Bleibt die Krise vorhanden, könnten in Zukunft ebenfalls Altkunden kräftiger belastet werden.
Mit Material www.focus.de/20.03.2026












