Heizungsgesetz weg: Geräteaustausch kann bis 800 Euro sparen
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Neben einer Wärmepumpe* dürfen nun ebenfalls Öl- und Gas-Heizungen neu installiert werden. Ein Gerätetausch kann bis zu 800 Euro einsparen.
Die Bundesregierung hat das Heizungsgesetz abgeschafft. Damit beendet man die heiß diskutierte „Verpflichtung“ zur Wärmepumpe. Aber ab wann zahlt sich Heizungstausch tatsächlich aus? Und welche Einsparung lässt sich dadurch erzielen?
Mit der Neugestaltung des Heizungsgesetzes möchte die Bundesregierung die Rechtsordnung ergebnisoffener ausrichten. Bürger sollen demnach ebenfalls in Zukunft Gas- und Ölheizungen installieren dürfen. Grundsätzlich ist dadurch die Wärmepumpe nicht mehr unabdingbar die preiswerteste Heiz-Methode.
Heizung tauschen: Öl und Gas oder Wärmepumpe? Abrechnung belegt, wie hoch die Ersparnis sein kann
Ein Heizungstausch kann sich frei von der ausgesuchten Technik auszahlen. Das zählt ebenso, wenn das alte Gerät noch in Ordnung ist. Zu diesem Ergebnis ist nun das Ratgeberportal Finanztip gekommen.
Die Begründung: Unproduktive veraltete Technologie und über einen längeren Zeitraum fallende Unterstützungszahlungen. Hauptsächlich wenn einegbaute Geräte mehr als 20 Jahre „auf dem Buckel* haben, rentiere sich ein exakteres Hinschauen.
Und exakt dieses Alter haben über 33 Prozent der eingebauten Heizungsanlagen in Deutschland schon aufzuweisen. Das zeigt der neue Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur.
Rund 16 Prozent der Heizungen sind schon älter als 30 Jahre. „Derartige Geräte erzielen in der Praxis gewöhnlich lediglich einen jährlichen Nutzungsgrad von 70 bis 80 Prozent“, erklärt Sandra Duy, Finanztip-Spezialistin für Energetische Sanierung. „Ein erheblicher Anteil der Energie geht ins Leere – und erhöht auf Dauer die Heizausgaben.“
Und das kann extrem teuer werden, wie das Musterbeispiel belegt:
- Ein 1-Familienhaus verwendet jährlich rund 18.000 kWh.
- Eine ältere Gasheizung mit einem jährlichen Nutzungsgrad von 70 Prozent verwendet hierfür rund 25.700 kWh Gas.
- Daraus entstehen Heizausgaben von 2.400 Euro jährlich (Gaspreis rund 9,39 Cent).
- Fortschrilliche Gasbrennwertheizungen verwenden für die identische Leistung lediglich 19.000 kWh Gas – Kostenbelastung: 1.800 Euro jährlich.
Und die sieht es bei der Wärmepumpe aus? Sie ist in der Kalkulation von Finanztip zudem noch wirtschaftlicher.
Setzt man eine Wärmepumpe mit der Jahresarbeitszahl 3,41 voraus, verwendet sie rund 5.300 kWh für die erwähnte Wärmeleistung. Bei einem Strompreis* von rund 30,11 Cent pro kWh würde man mit der Wärmepumpe folglich lediglich 1.600 Euro jährlich fürs Heizen ausgeben müssen.
Was bringt die Neugestaltung des Heizungsgesetzes?
Eigentümer von Immobilien sollen auch künftig Gas- und Ölheizungen in ihre Gebäude installieren dürfen. Die allgemeine Verpflichtung, dass jede neu installierte Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien bewirtschaftet werden sollte, fält weg.
Dagegen müssen jetzt neue Öl- und Gasheizungen ab Januar 2029 mit einer ansteigenden Quote umweltschonender Kraftstoffe bewirtschaftet werden.
Das können etwa synthetische Kraftstoffe oder Biomethan sein, die aus verschiedenen Rohmaterialien erzeugt werden können. Auf die Quote derartiger umweltschonender Kraftstoffe soll dann kein CO2-Preis erhoben werden, welcher bei fossile Brennstoffen fällig wird.
Das soll eine Motivation zum Austausch bewirken. Doch Öl und Gas mit Bioanteil sind kostspielig. Was das genau heißt, ist derzeit noch ungeklärt. Manche Spezialisten befürchten aber ene Kostenfalle.
Den Spezialisten zufolge besteht auch noch eine zusätzliche finanziellen Motivation, ältere Heizungsanlagen auszuwechseln. Denn die KfW subventioniert den Austausch einer älteren, funktionfähigen Heizung gegen eine wirtschaftlichere Option mit dem Schnelligkeitsbonus von 20 Prozent. Bis zu 30.000 Euro sind förderungs-geeignet.
Es sind demzufolge bis zu 6.000 Euro Fördergelder möglich. Achtung: Ab 2029 reduziert sich der Bonus alle 2 Jahre um 3 Prozent, betont Finanztip.
Wer zögert, erhält demnach weniger Unterstützung. Weiterhin gebe es ein Risiko, dass die Heizung kaputt geht und die Möglichkeit auf den Bonus damit vollständig ausfällt.
Mit Material www.merkur.de/26.02.2026











