Stromanbieter: Regionale Differenzen bei Wechselhäufigkeit
Inhaltsverzeichnis
Bei der Wandelbarkeit der deutschen Stromkonsumenten sind enorme örtliche Differenzen erkennbar. Während Kunden in Rheinland–Pfalz 30 Prozent öfter den Stromlieferanten austauschen als der Bundesdurchschnitt, wird in Bremen unter 15 Prozent getauscht. Das belegt eine neue Erhebung der Stromversorgerwechsel-2025 über ein Online-Vergleichsportal*.
Allerorts Hunderte Euro Einsparung mit Wechsel aus Grundversorgung
Das Vergleichsportal hat neben der Wechselfrequenz ebenso die Einsparmöglichkeit für einen Haushalt mit 3 Personen bei einem Strombedarf von 4.000 kWh in der regionalen Grundversorgung im Jahr 2025 festgestellt.
Demzufolge konnten Haushalte, abhängig vom jeweiligen Bundesland, zwischen 397 Euro (Bremen) und 882 Euro (Thüringen) durch einen Anbieterwechsel* in einen billigen Tarif einsparen.
Zwischen Wechselfrequenz sowie Einsparmöglichkeit besteht jedoch nur eingeschränkt eine direkte Kausalität: Während in Bremen bezüglich der geringen Einsparmöglichkeit am wenigstens gewechselt wurde (Wechselindex 45), liegt die Wechselquote in Thüringen trotz des höchsten Sparpotenzials nur leicht über dem bundesweiten Durchschnitt (Wechselkennzahl 103).
In Rheinland–Pfalz, wo die Wechselkennzahl mit 130 Punkten am größtet ist, ergibt sich beim einem Versorgerwechsel ebenso eine außerordentich hohe Einsparung.
Entgegen großer Einsparmöglichkeit wechseln Kunden in diesen Bundesländern kaum
In manchen Bundesländern ist die Wechselhäufigkeit niedrig, obwohl die Einsparmöglichkeit relativ lukrativ ausfällt: Somit konnten Haushalte in Berlin durch einen Anbieterwechsel* in einen billigeren Stromtarif im vergangenen Jahr fast 777 Euro einsparen (knapp 12 Prozent über dem Bundesdurchschnitt).
Trotzdem steht die Wechselkennzahl mit 77 erheblich unterhalb dem landesweiten Mittelwert von 100. Erkennbar wird die unbeachtete Einsparmöglichkeit ebenfalls in Hamburg: Hier waren Ersparnisse von 763 Euro erreichbar, aber die Wechselkennzahl landet bei lediglich 89.
Die Angaben belegen außerdem eine West-Ost-Schieflage: Während die alten Bundesländer eine Wechselkennzahl von 101 erreichen, steht diese in den neuen Bundesländern bei lediglich 93 – auch wenn die Ersparnisse dort tatsächlich ein wenig lukrativer ausfallen.
„Noch immer verschleudern Kunden Hunderte Euro jährlich, weil sie in überteuerten Verträgen verharren und den Stromversorger nicht austauschen. Dabei ist ein Anbieterwechsel* schnell durchgeführt und keiner muss die Befürchtung haben, ohne Strom dazustehen. Eine störungsfreie Strombelieferung ist rechtmäßig zugesichert„, informiert das Vergleichsportal.
22 Prozent der Haushalte stecken im teuersten Stromtarif
Dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur zufolge bekommen 22 Prozent der Haushalte ihren Strom zu den Konditionen der Grundversorgung vom regionalen Versorger. 38 Prozent haben einen Laufzeit–Tarif des regionalen Grundversorgers und 40 Prozent werden von einem nicht regionalen Versorger beliefert.
Ein einzelner Haushalt mit einem jährlichen Strombedarf von 4.000 kWh kann durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zum billigsten erreichbaren Stromtarif mit Preisgarantie im Mittel 693 Euro jährlich sparen.
Vorgehen
Die Erhebung bewertet die beim Vergleichsportal vereinbarten Stromverträge 2025. Um die Frequenz der Versorgerwechsel* deutlich zu machen, wurde ein Index (Kennzahl) festgelegt, bei dem der Bundesdurchschnitt bei 100 Punkten liegt. Gebiete mit Kennzahlen unterhalb 100 wechseln weniger den Versorger als im landesweiten Mittel.
Mit Material www.verivox.de/03.02.2026









